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Englandtörn 2000

17. Tag
19.09.00
Brighton-Portsmouth
VAR 2-4
2/8, Regen
18C
45,47 sm
10,0 h

Ein Windhauch ist kaum zu spüren, als wir zwischen den Molenköpfen hinaus fahren. Die Fock und das Groß liefern aber genug Schub um uns mit 3 kn vorwärts zu bringen. Die Wellen sind auch viel kleiner geworden. Nur ab und zu ist mal eine dabei, die das Groß zum Einfallen bringt. Wir können es kaum erwarten, und als wir die Marina mit dem Fishing-Patrol-Boot weit genug hinter uns gelassen haben, bringen wir unser Angelgeschirr aus.
Diesmal läßt die erste Makrele allerdings ein Weilchen auf sich warten. Wir sind schon fast frustriert, da sehen wir plötzlich das Brettchen hinter uns hochkommen. Vorsichtig holen wir die Leine ein. Es muß ganz gleichmäßig und langsam geschehen, sonst reißt sich die Makrele los. Man sieht sie nur ab und zu mal hinter dem Brett auftauchen. Diesmal ist sie 30 cm lang. Wir haben schon mehr Routine, töten sie mit einem beherzten Schlag auf die Sitzbank bevor wir den Haken entfernen und lassen sie etwas an der Luft liegen, damit sie garantiert stirbt. Der nächste Fang läßt sehr lange auf sich warten. Dann erwartet uns aber eine echte Überraschung: Zwei Makrelen haben zugebissen! Das macht das Handling der Hakenbewehrten Leine etwas kniffliger, aber wir werden mit ihnen fertig.
Inzwischen ist der Wind leider komplett eingeschlafen. Wir starten den Motor und bergen die Segel. Da ich so langsam doch Lust bekomme, eine Makrele zu essen, bringen wir die Angel noch ein letztes Mal aus und fangen noch einen dicken Burschen: 35 cm. Auch mit dem um die Ecke bringen geht es diesmal nicht ganz so leicht. Michael muß öfter zuschlagen.
So motoren wir also mit vier herrlich schillernden Makrelen weiter. Die Sonne scheint ab und zu durch die Wolken, und dann wird es so richtig warm im Ölzeug. Da wir uns aber ans Ausnehmen machen wollen, behalten wir es sicherheitshalber an. Auch ich versuche mich mal und werde mit Zweien gut fertig. Inzwischen ist auch Steffi zu der Überzeugung gelangt, daß sie einen Fisch ausnehmen müßte, wenn sie ihn schon ißt. Mit gequältem Gesichtsausdruck nimmt sie sich eine vor und Michael macht die letzte. Wenn man die fertig zugerichteten Makrelen so sieht, bekommt man wirklich Appetit.
Nachmittags kommt endlich Wind auf. Diesmal aber nicht aus Süd, sondern aus Ost, genau achterlich. Wir setzen wieder alle Segel und machen langsame Fahrt. Nach einer halben Stunde ist aber wieder Schluß damit und die Segel werden wieder geborgen. Erst als abends die Isle of Wight aus dem Dunst auftaucht frischt der Wind auf und die Segel können wieder hoch. Diesmal weht es aus Nordwest und wir müssen kreuzen. Hier ist viel Schiffsverkehr und es wird interessant. Zwischen den auf Reede liegenden Schiffen segeln wir durch und steuern im Dunkeln auf den Eingang des Fahrwassers nach Portsmouth zu.
Überall stehen Forts im Wasser, man sieht, das dies früher ein sehr wichtiger Punkt für die britische Marine war. Wir bergen alle Segel und motoren das Fahrwasser hoch. Von achtern kommt eine riesige P&O-Fähre auf. Wir gehen ganz an den Rand des Fahrwassers um ihr Platz zu machen, da sie schon so kaum ins Fahrwasser zu passen scheint. Danach kommt noch ein sehr großer SeaCat und dann wechseln wir schnell die Fahrwasserseiten. Andreas und ich sind gut mit der Orientierung beschäftigt. Unten navigiert Michael und Steffi bereitet das Abendessen vor.
Direkt nachdem wir um 21:00 festgemacht haben, steht das Essen auch schon auf dem Tisch: Im Ofen gebackene Makrelen, gefüllt mit Kräutern und Zwiebeln in Buttersauce und dazu Kartoffeln. Auch ich kann mich mit diesem Essen anfreunden. Es schmeckt wirklich sehr gut. Alt werden wir aber heute nicht mehr und gehen früh in die Kojen.

Fotos:

Ein frischer Fang. Ausnehmen darf jeder mal. Ein frisch vorbereitetes, exzellentes Abendessen. Beim pulen, aber es schmeckt trotzdem super. Und das bleibt übrig.