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Englandtörn 2000

18. Tag
20.09.00
Portsmouth
S 5
Schauer
16C
0 sm
0 h

Die Nacht war ziemlich unruhig. Ab und zu laufen so dicke Wellen durch den Hafen, daß die Skua wild schaukelt und an den Festmachern ruckt. Außerdem kommt der Wind wieder aus Süd und die Wellen klatschen laut unter den Spiegel. Wir schlafen also erst mal aus und gehen dann kollektiv duschen. Dabei erwartet uns eine tolle Überraschung: Die Sanitären Anlagen befinden sich im Clubschiff, einem ehemaligen, sehr gut erhaltenen, Feuerschiff. An einen zentralen Gang münden Türen mit "Shower"-Schildchen, die in kleine Räume mit Waschbecken, Klo und Dusche führen. Richtige kleine Badezimmer. Das haben wir noch nie gesehen.
Erst gegen Mittag kommen wir von unserem ausgiebigen Frühstück los um das Hafengeld zu bezahlen. Unser Bares reicht jedoch nicht, so daß wir erst mal zum örtlichen Bankautomaten müssen. Die Kosten sind die bisher größten: 22 Pfund pro Nacht. Da schlackern uns die Ohren.
Mit der Fußgängerfähre lassen wir uns zur Stadt übersetzen und gehen direkt zum Marine-Gelände. Dort sind die traditionellen Schiffe HMS Victory, die HMS Warrior und die Mary Rose ausgestellt, kombiniert mit diversen Museen zum Thema Schiffahrtsgeschichte von England. Vor der Kasse rätseln wir so lange, welche Tour wir nehmen sollen, bis uns die Frau hinter dem Schalter das Angebot macht, daß zwei zum Preis von einem rein dürfen. Sehr aufmerksam. :o) Wir beschließen die Victory anzusehen und bekommen eine Führung. Sie ist sehr schön und informativ gemacht, und wir laufen durch das gesamte Schiff. Die beengten und schlimmen Verhältnisse werden super rübergebracht. Das einzige was stört, ist wie heroisch die Rolle der britischen Marine dargestellt wird. Getoppt wird alles durch Legenden und Infos zu Nelson. So detailliert hätte es nicht sein müssen. Der wird fast wie ein Heiliger behandelt. Danach im Maritime Museum wird es noch schlimmer, und wir müssen uns sehr zusammenreißen, um nicht laut zu lachen. Das war wirklich zu viel der Heldentaten.
Wir bekommen Hunger und laufen in Richtung der Südpromenade, wo es angeblich viele Bars und Restaurants geben soll. Die Stadt wirkt irgendwie vollkommen unstrukturiert. Wir kommen durch Wohngebiete, dann an vereinzelten Einkaufsstraßen vorbei, entdecken aber kein wirkliches Zentrum. Das war bei den bisherigen Städten einfacher. Außerdem sind die meisten Restaurants geschlossen. Wir laufen wirklich quer durch die gesamte Stadt, finden aber nichts passendes. So langsam wird es kritisch. Steffi kann kaum noch vor Hunger, also "überfallen" wir einen Supermarkt. Mit der Hilfe von Schokokeksen halten wir noch eine Weile durch und finden mit Hilfe eines Taxifahrers die entscheidende Restaurant-Meile. Ein paar davon haben auch tatsächlich offen.
Wir setzen uns in einen Chinesen , sind die einzigen Gäste und werden gleich umgarnt. Als wir jedoch die Preise sehen, verlieren wir schnell den Appetit und flüchten wieder. Bei Pizza Hut werden wir endlich "fündig".
Den Abend verbringen wir in der Kneipenecke im eigentlichen Stadtzentrum. Dabei landen wir in einer Studentenkneipe, in der diesen Abend Karaoke stattfindet. So werden wir mehr oder weniger gut unterhalten, haben aber unseren Spaß. Mit der vorletzten Fähre "retten" wir uns wieder ans "heimische" Ufer. Als wir aussteigen, erwartet uns eine kleine Überraschung: Ein Rotfuchs, der sich von uns überhaupt nicht stören läßt und 10 m vor uns den zugeworfenen Keks verdrückt. Er guckt uns sogar ganz keck an. Da hier ja eigentlich keine Tollwutgefahr besteht, haben wir keine Bedenken. Er hinkt mit einem Hinterlauf, was wahrscheinlich der Grund für sein Stadtleben ist.