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Kroatientörn 2001

2. Tag
09.04.01
Vir-Zadar
NE 4-5 Bora
3/8
16C
24 sm
6 h

Die Nacht war sehr unruhig. Völlig unausgeschlafen quälen wir uns aus den Schlafsäcken und versuchen uns so schnell wie möglich umzuziehen denn es ist ganz schön kalt. Dabei wird uns die Enge im Schiff dann doch bewußt. Mehr als zwei Personen sollten es wirklich nicht sein. Die ganze Nacht über wurden wir vom Wind gebeutelt. Er wurde teilweise so stark, dass die Wanten anfingen zu pfeifen und der Mast sehr stark anfing zu schwingen. Kein Wunder also, dass wir nicht besonders gut schliefen. Außerdem plagte uns die ganze Zeit das schlechte Gewissen wegen der Legerwall-Situation und ich war mehrmals draußen, um den Anker zu kontrollieren. Schön war allerdings der Sternenhimmel und da um Mitternacht auch noch der Vollmond dazu kam, konnten wir unsere Umgebung etwas besser erkennen.
Zum Frühstück gibt es zwei von den herrlichen kroatischen Teilchen, wonach sich die Stimmung merklich hebt. Wir beschließen noch nicht gleich aufzugeben und trotz des Gegenwinds zu versuchen, uns weiter nach Norden durchzuschlagen. Um halb zehn lichten wir unter zweifach gerefftem Groß und einfach gereffter Fock unseren Anker. Zunächst geht es mit halbem Wind entlang des Ufers und bei der brausenden Fahrt haben wir die blöde Nacht schnell vergessen. Dann macht das Ufer aber einen Bogen nach Nord und nachdem wir ihm zunächst durch Anlufen folgen konnten, müssen wir schließlich entlang des Ufers kreuzen.
Wir haben Vir fast passiert und befinden uns jetzt auf einem weiten Stück Meer. Die Wellen haben somit die Chance, sich richtig groß und steil aufzubauen. In unserer Nußschale wird es somit schnell ungemütlich und wir müssen um jeden Meter Höhe kämpfen. Als der Wind auch noch zunimmt und unsere Krängung teilweise extrem wird, haben wir nach einer Stunde Bolzerei die Nasen gestrichen voll und beschließen, den Norden Kroatiens zu vergessen und uns auf die Inselwelt südöstlich von Zadar zu konzentrieren.
Nach dem Abfallen saust die Laser richtig los. Auf den Wellen fängt sie teilweise sogar an zu surfen und uns geht's schnell wieder sehr gut. Wir können auch endlich die grandiose Sicht genießen. Es scheint durch die Bora zu kommen, denn man kann wirklich unglaublich weit schauen und Dinge, die weit entfernt sind, wirken richtig brilliant. Später wird das Wetter wieder freundlicher und der Wind nimmt etwas ab. Schließlich dreht er auch noch um 90 und um 14:00 können wir ausreffen und mit halbem Wind in Richtung Zadar schaukeln. So macht Segeln Spaß!
Um 16:00 laufen wir schon in den Hafen ein und beschließen, nach dem wilden Tanz erstmal eine Sightseeing-Runde einzulegen und ausgiebig essen zu gehen. So sind wir vollständig entschädigt als wir um 23:00 schlafen gehen.

Fotos:

Leckeres Abendessen am Tag zuvor. Draußen heult der Wind, aber drinnen schmeckts!