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Kroatientörn 2001

5. Tag
12.04.01
Luka - Skolj Inseln
SE 2-3
8/8
14C
15 sm
9,5 h

Schon um 7:00 Uhr stehen wir auf. Wir wollen noch einen Rundgang durch's Dorf machen und auch noch ein ganzes Stück segeln. Da wir kaum etwas zum Frühstücken haben, bräuchten wir bald einen Laden, um uns eindecken zu können. Nach kurzer Zeit im Dorf geben wir diesen Plan aber schnell auf, denn hier scheinen wir uns wirklich -für unsere Maßstäbe- am Ende der Welt zu befinden: Das Dorf hat nur eine Straße, die bis zum Dorfplatz führt und ansonsten nur schmale Fußwege. Die führen aber durch ganz malerische Gärten und entlang kleinster und primitivster Hütten. Sie sind aber alle bewohnt und hier und da sieht man die Leute in ihren Gemüsegärten werkeln.
Auf dem Rückweg finden wir dann doch einen Laden: Direkt hinter dem verfallenen Hafengebäude hat sich eine Türe geöffnet und es herrscht reges Treiben. So können wir uns wieder mit Brot und Käse versorgen und lecker frühstücken.
Um 9:00 legen wir ab und müssen wegen der Flaute erst mal aus der Bucht heraus motoren. Draußen weht aber ein stetiger SE-Wind und wir fangen an zu kreuzen. Eine aus Norden kommende Mietjacht von ca. 11 m Länge ist auf demselben Kurs. Sie hat wie die meisten Boote hier nur Rollsegel und so können wir mit unserem Zwerg relativ gut mithalten. Das motiviert natürlich doppelt! :o)
Gegen Mittag nimmt der Wind leider immer mehr ab und als es sogar noch anfängt zu regnen rollt unser "Konkurrent" seine Segel ein und motort uns weg. Wir halten noch kurz durch, aber als wir wirklich keinen Meter Fahrt mehr machen, starten auch wir unseren Flautenschieber.
Zum Glück kommt der Wind aber bald wieder auf und während Steffi gemütlich unten liest, hänge ich gemütlich an der Pinne ab. Schon seit längerem hören wir ein tiefes Brummen, dass um uns herum zu drehen scheint und jetzt, wo es sonst nichts zu gucken gibt, entdecke ich das Flugzeug endlich. Es ist ein Canadair-Lösch-Flugboot, dass für die heißen Phasen des Sommers zu üben scheint und immer wieder das Meer anfliegt, ein Weilchen durch's Wasser gleitet und sich auftankt, mühsam wieder abhebt und in etwa 20 m Höhe alles Wasser wieder abwirft und dabei einen ordentlichen Satz nach oben macht. Spektakulär!!! Ich versuche es zu knipsen, aber mit meiner kleinen Kamera wird das wohl nichts.
Nach einem langen Schlag schaffen wir das Kap Rt. Cuska auf einem Bug und die wirklich extrem schmale Passage in die Telascica-Bucht wird vor uns sichtbar. Sie ist nur etwa 50 m breit, wobei die Fahrrinne noch schmaler ist. Im klaren Wasser kann man mal wieder jedes Detail unter einem sehen und links und rechts erheben sich die karstigen Ufer. Alles ist von dünnem Gras überzogen und dazwischen erkennt man deutlich die Sedimentstruktur.
Die Landschaft in der Bucht ist dieselbe, nur das es hier überall kleine Inselchen gibt. Der Wind ist perfekt und so kreuzen wir uns in die Bucht hoch. Alle anderen Boote motoren und wir fragen uns ehrlich, ob Segeln in diesem Park evtl. verboten ist. Aber später stellt sich heraus, dass das bei den Mietbooten meistens die normale Praxis ist.
Der Wind hat inzwischen auf 3-4 Bft. zugenommen und so brauchen wir zwei Anläufe, bis der Anker endlich in der Mir-Bucht greift. Durch richtig wilde Wellen paddeln wir uns ans Ufer und kommen trocken an Land. Nach dem Bezahlen der Park-Gebühr folgen wir dann dem Weg in Richtung Salzsee. Er gilt als besonders sehenswert, aber nachdem wir die 500 m entlang von Büschen und Blumen gegangen sind, fällt der See etwas enttäuschend aus. Es ist halt ein kleiner See auf einer Insel, der eher etwas dreckig wirkt.
Wir folgen den Schildern weiter in Richtung Klippen, verlieren aber im Wald den Trampelpfad aus den Augen. Also schlagen wir uns so durch die Büsche durch. Wir gehen immer bergauf und kommen so automatisch an die Kante. Die Büsche stehen bis an die senkrecht abfallen Klippen, so daß sich einfach plötzlich diese Schlucht vor einem auftut. Wenn man direkt davor steht ein wirklich imposanter Anblick. Okay, die Klippen von Dover sind auch nicht schlecht, aber diese hier fallen senkrecht ins Wasser und genau so scheint es unter der Oberfläche weiter zu gehen. Wir setzen uns gemütlich an die Kante und genießen den Blick auf das eigentliche Mittelmeer. Hier sind die Wellen einiges größer, aber von so weit oben wirkt es auf den ersten Blick ganz ruhig.
Zurück an der Bucht essen wir im verschlafenene Restaurant eine Tomatensuppe. Die Saison scheint erst später los zu gehen. Noch ist alles geschlossen und kaum etwas los. Welch ein Glück!
Das restliche Stück bis ins hintere Ende der Bucht ist schnell hochgekreuzt. Wir kommen spät an und beim Abendessen wird es schon dunkel. Zum ersten Mal ankern wir hier in Gesellschaft. Aber die anderen etwa 10 Schiffe verteilen sich zwischen den Inseln und hinter den Landvorsprüngen.

Fotos:

Auch wenn man's kaum sieht: Ein Löschflugzeug beim üben. Die schmale Einfahrt in den National Park Geile Landschaft! Hoch und steil sind die Klippen. Wir kreuzen in den Nationalpark hoch.