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Ostseetour 2005

7. Tag
16.07.05
Flensburg - Dyvig
W 5-6
6/8
20C
34 sm
8:10 h

Wiedermal kommen wir erst relativ spät weg. Es musste noch eingekauft werden und ein paar Dinge (wie der Teppichklopfer zum abstauben der Polster) mussten noch heim gebracht werden. Um 11:00 rauschen wir dann aber mit achterlichem Wind aus der Förde. Die 6 Bft. machen uns da wenig aus und wir haben auch zum ersten Mal unsere kleine Arbeitsfock gesetzt: Eine ganz normale H-Boot-Fock, die wirklich gut sitzt. Da es am Anfang noch so schön ruhig ist, schneidet mir Steffi die Haare, was dringend nötig ist. Vor der Holnis Enge bin ich fast kahl und meine Haarpracht verteilt sich im gesamten Cockpit. Wir werden noch ein paar Tage Lang "Spass" damit haben.
Beim ccff (der Cat-Club) tut sich nichts, also müsste Peter noch auf dem Weg hierher sein. Wegen des starken Windes wollte er sein Boot hier abstellen und mit der Bahn heim fahren.
Kurz darauf sehen wir ihn angekreutzt kommen. Ganz schön schwierig, einem Katamaran in den Weg zu fahren, er ist einfach viel zu schnell. Irgendwann hat er uns aber gesehen und wir fahren kurz nebeneinander her, quatschen und schießen Fotos. Dann geht's weiter nach Sondeborg.
Im Stadthafen vor der Brücke gehen wir kurz bei einer Jacht längsseits, damit Steffi und Andreas Kronen holen können. Das Blag unseres Nachbars tuckert mit dem Dinghi hin und her und übt das Anlegen an seiner Badeplattform. Dabei passieren die hochgeklappten Riemen des Beiboots immer um Haaresbreite unseren dünnen Steven. Und das bei inzwischen guten 6 Bft. Jedes Mal höre ich es schon knirschen und da die Brücke sowieso gerade öffnet legen wir kurzerhand ab und fahren durch. Steffi und Andreas haben unser Manöver gesehen und steigen auf der anderen Seite der Brücke zu.
Im oberen Ende des Alssunds wird es immer wilder. Wir legen das zweite Reff ein und bolzen das letzte Stück gegenan, bis wir endlich in den Fjord von Dyvig abbiegen können. Die Böen peitschen mit 7 Bft. das Wasser auf, es sieht richtig wild auf. Andere Jachten sind nicht mehr zu sehen und so kämpfen wir uns ganz alleine um die Ecke. Dabei krängen wir manchmal echt extrem weit weg, aber bis auf einen Schwall Wasser, der um die Kajüte in's Cockpit schwappt passiert dabei nichts. Im Boot ist alles still, schon erstaunlich, für so eine filligrane Sperrholzkonstruktion.
Der Hafen von Dyvig ist alles andere als geschützt. Der Wind bläst volles Rohr in die Bucht und der Hafen sieht rappelvoll aus. Deshalb ankern auch so viele Boote davor, aber ihre Ankerleinen stehen stramm das lassen wir also lieber. Wir entdecken noch einen leeren Platz. Kein Wunder, der Wind steht quer zur (sehr engen) Boxengasse, da traut sich also niemand hinein. Zum Glück sind wir eine eingespielte Manschaft und legen ein brilliantes Manöver hin: Irgendwie manövriere ich den Bug an den Dalben der gegenüberliegenden Box und Andreas fängt ihn mit einem Festmacher ein. Dann lassen wir uns ganz bequem vom Wind quer zur Gasse treiben, wonach wir uns ganz bequem achteraus hineintreiben lassen können. Das ganze verläuft sowas von ruhig und bequem, echt ein Bringer.
Da es draußen inzwischen ziemlich ungemütlich ist, verziehen wir uns 'rein und kochen Käsespätzle. Dabei beginnt Steffi auf Drängen der anderen ihr Buch vorzulesen, was so gut ankommt, dass wir das den Rest des Urlaubs durchhalten. Immer wenn es nichts zu tun gibt, schnappt sich einer das Buch und liest vor. So schaffen wir es gemeinsam fast durch "100 Jahre Einsamkeit" von Marquez, was wegen der vielen gleichklingenden Namen sonst ganz schön schwierig geworden wäre.

Fotos:


Haare schneiden vor Farensodde.

Oh jee, jetzt bin ich 'dran.


Peter und Merle unterwegs.

Kurz quatschen...

...und weiter.

Katharina.

Immer Späßle haben.

Märchenonkel.